Großübung in Loppenhausen – Auf die Übung folgte der Ernstfall

Am vergangenen Freitag durften wir auf Einladung der Feuerwehr Loppenhausen an der Hauptübung der Gemeinde Breitenbrunn teilnehmen. Aufgabe für das THW war die Stellung eines Fachberaters zur Unterstützung der Einsatzleitung und der Einsatz eines Atemschutztrupps, der zusammen mit den Kameraden der Feuerwehr eine Verletztenrettung mit Einsatz des Hebekissen durchführen musste.

Hier der Text der Mindelheimer Zeitung:

Abseits gelegen, mit nur einem schmalen Zufahrtsweg, ohne Hydrant oder andere ergiebige Wasserquelle liegt das Gehöft der Baumschule Frey. Hier, so wurde angenommen, war in der aus Holz gebauten Maschinenhalle ein Feuer ausgebrochen. So viel wussten die Retter bei der Feuerwehrhauptübung, deren Ausgangspunkt das Feuerwehrhaus in Loppenhausen war. Dort standen schon Traktoren mit leeren Güllefässern als Anhänger bereit, damit später ausreichend Wasser zur Verfügung stand.

Bis zu 4000 Liter pro Minute werden bei so einem Großeinsatz benötigt. Nicht nur das vor Ort fehlende Wasser, auch die schmale Zufahrt war eine Herausforderung bei dem Einsatz, da außer der Feuerwehr aus Loppenhausen noch fünf weitere Mannschaften im Einsatz waren – und zwar aus Breitenbrunn, Bedernau, Hasberg, Pfaffenhausen und Krumbach, dazu das Technische Hilfswerk (THW) und ein Team des Roten Kreuzes. All ihre Fahrzeuge mussten sinnvoll positioniert werden: Also wurden sie zuerst einmal auf der nahen Landstraße abgestellt, um dann eine gezielte Weiterverteilung zu organisieren.

Da die Gefahr bestand, dass sich die Flammen der brennenden Maschinenhalle bei Westwind in Richtung Hof ausbreiten, wurden nur zwei Fahrzeuge direkt im Hof beim Gebäude geparkt, sodass sie im Notfall wieder wegfahren könnten und der Fluchtweg nicht versperrt war. Wie sich herausstellte, waren zwei verletzte Personen im Gebäude. Eine leicht verletzte Person, die noch selbst laufen konnte, wurde sehr schnell gerettet. Der zweite „Verletzte“ – eine Puppe – lag unter einem Traktor, das Bein unter einem Rad eingeklemmt. Angenommen wurde, dass dieser Verletzte nicht mehr bei Bewusstsein war. Mit Sauerstoffmasken geschützte Feuerwehrmänner stülpten zur Erstversorgung einen speziellen Kunststoffbeutel über den Kopf des Verletzten, um auch für ihn die Sauerstoffversorgung sicher zu stellen.

Die Einsatzkräfte des THW durften erst hinein, als die Feuerwehr den Brand so weit unter Kontrolle hatte, dass keine akute Verletzungsgefahr mehr bestand und auch das große Tor geöffnet werden konnte. Das THW und die Feuerwehr aus Breitenbrunn stemmten den Traktor mit einem Luftkissen hoch, zogen den Verletzten heraus, hievten ihn auf eine Trage und trugen ihn hinaus, wo ihn Sanitäter in Empfang nahmen.

Die Leitung des Großeinsatzes übernahm der Gruppenführer der Loppenhauser Feuerwehr, Christoph Fischer. „Normalerweise ist so eine Aufgabe für den Gruppenführer eine Nummer zu groß“, sagte Kommandant Jörg Viehweger. „Im Ernstfall ist es aber manchmal so, dass der Kommandant und der Kreisbrandmeister erst später am Einsatzort eintreffen. Dann muss der Gruppenführer in der Zwischenzeit die Leitung übernehmen.“ Dass bei der Übung nicht alles perfekt abläuft – zum einen, weil der genaue Ablauf vorab nicht bekannt war und zum anderen, weil Gruppenführer Christoph Fischer zum ersten Mal eine solch schwierige Aufgabe bewältigen musste –, wurde bewusst in Kauf genommen. Denn aus den Fehlern lernen die Feuerwehrleute. Die abschließende Besprechung konnte dann allerdings nicht wie geplant stattfinden, denn kaum waren die vielen Schläuche wieder verstaut, ertönte in Loppenhausen die Sirene.

Glücklicherweise waren die bereitstehenden Sauerstoffmaskenträger der Pfaffenhauser Feuerwehr nicht zum Einsatz gekommen; ihre Flaschen waren noch gefüllt und so fuhren sie gleich weiter zum Zimmerbrand in Loppenhausen. „Der Brand konnte schnell gelöscht werden, ohne Wasserschäden und glücklicherweise ohne Verletzte“, erklärte Jörg Viehweger, Kommandant der Loppenhauser Feuerwehr später. Allerdings wurden zwei Räume durch Ruß und Rauch beschädigt.

Danach trafen sich alle im Gasthof Schlössle, wo man die Ereignisse des Abends besprach. „Gut ist bei so einem Einsatz auch, dass man die Leute der anderen Feuerwehren kennenlernt. Man weiß dann, wer was kann und wen man im Ernstfall beim jeweiligen Problem ansprechen kann“, so Viehweger. Einen geselligen, angenehmen Ausklang des Tages hatten sich die Feuerwehrleute an diesem Abend gleich doppelt verdient.


Auf die Übung folgte der Ernstfall – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Auf-die-Uebung-folgte-der-Ernstfall-id41385736.html

Bilder: Jonathan Viehweger / FFW Loppenhausen